Donauradwanderweg
Abschnitte
1 |
2 | 3 |
4 | 5 |
6 | 7 |
8 | 9 |
10 |
Der Donauradwanderweg hat
sich im letzten
Jahrzehnt zum wichtigsten Radweg Europas
entwickelt. Grund dafür waren in erster
Linie die
landschaftliche Schönheit des Donautals
sowie der
kulturelle und historische Reichtum, der hier
anzutreffen ist. Natürlich auch die gut
ausgebaute
Infrastruktur und das dazugehörige Service
zieht die
Besucher magisch an. Dies bedeutet, hervorragend
ausgebaute beschilderte Radwege, eine Vielfalt
von
Dienstleistungen, die sich an den Wünschen
und
Bedürfnissen von Radreisen orientiert.
Streckenlänge
Die Länge des Donauradwanderweges mit
Start in Passau und Ziel in Wien beträgt
326 Kilometer. Dabei sind Ausflüge und
Umfahrungen zum Südufer nicht berücksichtigt.
Das leichte Gefälle von ca. 150 Metern
und der Westwind sind der Grund dafür,
dass der Radwanderweg meist Flussabwärts,
sprich von Westen nach Osten befahren wird.
Durch diese Bedingungen fällt es weder
Kindern ab 8 Jahren und noch älteren
Personen schwer sich diesem wunderschönen
Abenteuer zu stellen und der Donau entlang
zu radeln.
Wegequalität und
Verkehr
Die Radroute entlang der Donau ist
sehr gut ausgebaut, praktisch überall
durchlaufen asphaltierte Radwege oder verkehrsarme
Straßen die Strecke. Meist sogar an
beiden Ufern der Donau.
Abschnitt 1 [Passau
– Schlögen]
Passau, die „Drei-Flüsse-Stadt“
wo Inn, Donau und Ilz zusammenfließen
ist eine kulturell sehenswerte Stadt, wo sich
verschiedene Baustile treffen.
Der die Stadt beherrschende – zunächst
gotische – Dom, der sich wahrscheinlich
aus der Kirche eines Römerlagers entwickelte,
wurde nach dem großen Stadtbrand 1662
im Barockstil wiederaufgebaut. Er beherbergt
heute die mächtigste Orgel der Welt.
Sie hat 16.744 Pfeifen, von denen die größte
11,3 Meter Abb. 3: Passau, www.passau.de
und die kleinste 6 Millimeter misst.
Die Barockisierungsbemühungen im 17 Jahrhundert
der Passauer Bischöfe sind auch an der
Alten Bischöflichen Residenz zu erkennen,
doch kommen hier die romantischen und gotischen
Elemente noch deutlicher zum Vorschein. Im
Gegensatz dazu ist die Neue Bischöfliche
Residenz ein klassischer Barockstil.
Das Rathaus, ein spätgotischer Bau mit
Front zur Donau, ist ein durch ein Gewirr
von Treppen verbundenes Ensemble von sieben
mittelalterlichen Häusern. Der Turm trägt
die Hochwassermarken, an denen man Überschwemmungen
ablesen kann. Ein Relief erinnert auch an
die Wittelsbacher Prinzessin und spätere
Kaiserin von Österreich „Sissi“,
die hier auf ihrer Brautfahrt nach Wien das
Schiff bestiegen hat. Es befinden sich noch
reichlich andere sehenswerte Gebäude
in Passau, in denen Museen untergebracht sind.
Nicht nur die Sehenswürdigkeiten locken
Besucher in diese wunderschöne Stadt.
Die Drei-Flüsse-Stadt rühmt sich,
noch immer fünf Bierbrauereien zu besitzen,
in den Biergärten gibt es kräftige
bayrische Kost, wobei die Weißwurst
sehr beliebt ist.
Wenn man die Stadt, nach reichlicher Besichtigung
auf der nördlichen Route verlässt,
überquert man die Donau auf der Luitpoldbrücke.
Sie wurde 1869 als erster Drahtseilsteg Deutschlands
zunächst nur für Fußgänger
gebaut. Durch das Altern der Brücke wurde
100 Meter stromaufwärts eine neue Hängebrücke
erbaut. Sie wurde 1910 eröffnet.
Nächstes historische Station ist Obernzell.
Das Schloss mit seinen beiden achteckigen
Wehrtürmen sticht hier sofort ins Auge.
Es wurde 1426 von einem Passauer Bischof
als Sommerresidenz gebaut. Danach radelt
man beim Kraftwerk Jochensstein vorbei und
in Niederranna bietet sich die Möglichkeit,
an das Südufer zu fahren. Danach geht
es weiter zum Schloss Marsbach, es liegt
auf einer Anhöhe. Das Schloss war der
Sitz des letzten Raubritters an der Donau,
der 1520 enthauptet wurde.
Die nächste große Sehenswürdigkeit
befindet sich in Engelhartszell. Hier ist
das Stift besonders sehenswert. Seine Geschichte
geht ungefähr 500 Jahre zurück.
Heute ist es das einzige Trappistenkloster
in Österreich.
[nach
oben]
Abschnitt 2 [Schlögen
– Aschach]
In Schlögen, dem ersten Etappeziel
am Beginn der berühmten Donauschlinge,
hat man die Reste des Römerkastells
Joviacum freigelegt. Die Donauschlinge ist
der landschaftlich schönste und geologisch
interessanteste Teil der Donau. Hier durchbricht
die Donau das aus Granit bestehende Urgebirge
und trennt damit den bis zu 900 Meter hoch
ansteigenden Abb. 4: Donauschlinge (www.danube-river.at)
Sauwald im Süden vom nördlichen
Böhmerwaldmassiv. Die Donau ändert
hier für eine kurze Strecke seine Laufrichtung
um 180 Grad.
Danach durchquert man einige kleinere Orte,
wie zum Beispiel Inzell, das ein wunderschönes
denkmalgeschütztes Kirchlein aufweist.
Danach geht es durch Kobling durch Heibach,
bis man schließlich in Aschach landet.
Hier zieren hübsche Kaufherrenhäuser
das Städtchen, die mit ihrer schönsten
Seite der Donau zugewandt sind. Die kräftigen
Farben der stuckverzierten Häuser entsprechen
der Originalbemalung in der Barockzeit.
[nach
oben]
Abschnitt 3 [Aschach
– Linz]
Am Nordufer durchfährt man
hübsche kleine Städte. Zuerst
kommt man durch Feldkirchen, weiter kann
man einen Abstecher nach Persenbach machen,
wo sich eine gotische Basilika befindet,
die sehr sehenswert ist. Weiteres Ziel ist
Ottensheim mit seinem Schloss Ottensheim,
dass einst die Funktion einer Grenzbefestigung
der Grenzmark Ostarrichi besaß. Das
Schloss befindet sich heute in Privatbesitz
und kann daher nicht besichtigt werden.
Doch auch die Altstadt in Ottensheim ist
sehenswert.
Durch Puchenau und Urfahr geht es dann weiter
über die Niebelungenbrücke nach
Linz. Diese Brücke war von 1945 bis
1955 die Grenze zwischen der russischen
und der amerikanischen Zone. Die Brücke
trennte somit zwei Weltmächte.
Auch am Südufer sind entlang dieser
Strecke wunderschöne Sehenswürdigkeiten,
die man nicht verpassen sollte. Erwähnenswert
ist das Stift Wilhering. Es besitzt die
schönste Rokokokirche in Österreich.
Sie ist fast schon überladen mit vielfältigem,
farbenreichem Schmuck. Plastische Ornamente,
Stuckdekor und figurale Darstellungen verzieren
die Kirche.
Linz ist wegen der rauchenden Schlote der
„Vereinigten Österreichischen
Eisen- und Stahlwerken“ von Vorurteilen
geprägt. Doch im Stadtinneren befindet
sich eine hübsche Altstadt mit zahlreichen
geschichtsträchtigen Häusern,
Museen und Gedenkräumen, die an Kaiser,
Komponisten und andere Künstler erinnern.
Zudem zieren Einkaufsstraßen, Boutiquen
und verschiedene Märkte die Innenstadt.
[nach
oben]
Abschnitt 4 [Linz
– Mauthausen]
Auf diesem Streckenabschnitt verlässt
man erstmals die Donau. Vor dem Kraftwerk
Abwinden muss man in die Auen ausweichen
und fährt weiter durch St. Georgen
an der Gusen und Langenstein bis man schließlich
in Mauthausen landet. Das „Mauthaus“,
auf das der Name der Stadt zurückzuführen
ist, wurde hier, am Zusammenfluss der Enns
mit der Donau, von den Bürgern der
nahen Stadt Enns errichtet. Sie kassierten
ihren Anteil an allen Waren, die auf der
Enns an die Donau gebracht und hier umladen
wurden. Hauptsächlich waren das Salz,
Erz und Holz. Später haben die Mauthausener
ihre eigene Ressource entdeckt, Granit.
Es wurde hier zu Pflastersteinen verarbeitet
und nach Wien verschickt. Ein Großteil
der Wiener Straßen war mit Mauthausener
Granit gepflastert. Auch heute gibt es noch
Granitsteinbrüche und Steinsägebetriebe.
Während des Zweiten Weltkrieges waren
die Arbeiten in Mauthausen berüchtigt,
wegen des KZ Mauthausen, dass sich etwas
außerhalb der Stadt befindet. Schloss
Pragstein und das Schiffmeisterhaus sind
sicher die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
von Mauthausen. Nicht zu vergessen ist jedoch
der Heindlkai, mit seinen alten Bürgerhäusern,
darunter vor allem das Lebzelterhaus, sowie
die gotische Pfarrkirche samt Karner, ein
römisches Beinhaus mit achteckigem,
gotischem Aufbau.
[nach
oben]
Abschnitt 5 [Mauthausen
– Grein]
Nun überquert man die Grenze zum Machland.
Große Vierkant- und Vierseithöfe
schmücken die kleinen Dörfer.
Gemütlich durch die kleinen Dörfer,
wie Au an der Donau, Mitterkirchen und Mettensdorf
geht es weiter nach Klam, wo sich wieder
ein Spaziergang lohnt. Die Burg Clam, die
sich heute noch im Besitz der Familie Clam
befindet, wurde 1149 von Otto von Machland
erbaut. Neben diesem prachtvollem fünfstöckigem
Palast gehören ein Renaissancetor und
der Arkadenhof mit dreistöckigen Laubengängen
zu den baulichen Sehenswürdigkeiten
von Klam. Weiter befindet sich ein Waffenmuseum
und eine Porzellansammlung in der Burg.
Außerdem betreibt sie eine eigene
Brauerei. Die romantisch enge Klamschlucht,
in unmittelbarer Nähe von der Burg,
kann in relativ kurzer Zeit durchwandert
werden. Nächste Städtchen, das
einst „goldene Städtchen“
ist Abb. 5: Klamschlucht Grein an der Donau.
Grein führt seinen Reichtum auf drei
Hindernisse zurück. Es befindet sich
ein Strudel, bei diesem einige Menschen
tödlich verunglückten, ein Schwall
und ein Wirbel vor den Ufern Greins. Übrigens
auch „Sissis“ Brautfahrt 1854
wurde von dem Strudel nicht verschont, im
Greiner Strudel lief das Schiff der Kaiserbraut
auf Grund, und die schöne „Sissi“
wäre um ein Haar ertrunken, heißt
es. Eine Gedenktafel an der Weinmaut erinnert
heute noch an das Erlebnis der Kaiserin
von Österreich.
Durch diesen gefährlichen Strudel waren
die Donauschiffer gezwungen in Grein zu
landen, die Ware in Grein auf Wagen umzuladen
oder einen Lotsen an Bord zu nehmen. Beteiligungen
am Handel mit Salz, Getreide und mit Weinstecken
brachten zusätzlichen Gewinn.
Sehenswert in Grein ist die heutige Greinburg,
frühere Heinrichsburg. Sie gilt heute
als das erste Schloss, das nicht zu Verteidigungszwecken,
sondern als Wohnschloss gebaut wurde. Den
berühmten Arkadenhof erhielt das Schloss
allerdings erst während eines Umbaus
in der Renaissance. Unvergleichlich in Österreich
ist das Zellengewölbe, das bis heute
vergeblich versucht wird nachzubauen. In
der Burg finden im Sommer Konzerte statt
und außerdem befindet sich ein Schiffahrsmuseum
im Gebäude. Ein Geheimtipp ist unter
anderem das Café „Blumensträußl“,
das im Biedermeerstil gehalten ist, und
der Speisesaal des Gasthofs „Zum Goldenen
Kreuz“ prunkt mit einer Jugendstileinrichtung.
Einige sehenswerte Gebäude befinden
sich auch am Südufer. Beim Überqueren
der Brücke, befindet man sich in einem
anderen Bundesland. Es geht vom traumhaften
Oberösterreich ins wunderschöne
Niederösterreich. Viele kleine Städtchen
mit sehenswerten Kirchen wie Sankt Pantaleon-Erla
befinden sich am Südufer. Danach geht
es durch Wallsee, die ein Habsburger-Schloss
zu bieten haben, in dem 1945 die russisch-amerikanische
Siegesfeier stattfand, weiter nach Ardagger
Markt,
wo das älteste Stift kaiserlicher Gründung
in Niederösterreich liegt.
[nach
oben]
Abschnitt 6 [Grein
– Ybbs]
Im Strudengau, dem Donauabschnitt zwischen
Grein und Ybbs, rücken die Berge so
nahe an die Donau heran, dass kaum noch
Platz für Bahn, Straße und Siedlungen
bleibt. Es gibt daher auch nur einen Radweg
auf der südlichen Donauseite, die Straße
am Nordufer ist eng und stark befahren,
für Radfahrer daher ungeeignet. Im
Herzen des Strudengaus befindet sich die
Burg Freyenstein. Hier trieben einst Raubritter
ihr Unwesen, sie entwickelten das sogenannte
Weinen. Alle Schiffe, die stromaufwärts
unterwegs waren und Wein für die Städte
und Klöster Oberösterreichs und
Bayern geladen hatten, mussten hier in Freyenstein
halten und den Burgherren eine kräftige
Kostprobe gestatten. Weniger romantisch
geht es dann weiter nach Ybbs. Um 1955 das
Kraftwerk bauen zu können, musste man
zuvor das Schloß Donaudorf sprengen
und abbrechen. Ybbs war einmal das Zentrum
des Handels und der Schiffahrt. Das zeigen
heute noch die drei wichtigsten Häuser
an der Donaulände: die Weinmaut, aus
deren Erlös der Bau der Universität
in Wien finanziert wurde, das Salzamt und
der Passauer Kasten, ein Getreidespeicher
– also gleich drei Zollämter
in einer Reihe. Ybbs war einst ein wichtiger
Warenumschlagplatz an der Donau. Hier mussten
alle Schiffe anlegen, um Maut zu entrichten.
[nach
oben]
Abschnitt 7 [Ybbs
– Melk]
Die erste interessante Station befindet
sich in Persenbeug. Das Schloss Persenbeug
präsentiert sich auf einem Felsen direkt
über der Donau. Es wurde 1717 errichtet
und war die Sommerresidenz von Kaiser Franz
I. und Geburtsort des letzten österreichischen
Kaisers Karl I. Das Schloss ist heute noch
im Privatbesitz der Habsburger und daher
nicht zu besichtigen. Eine dunkle Geschichte
gibt es leider auch über Persenbeug
zu erzählen. 1945 knapp vor ende des
Krieges wurden 230 ungarische Juden, die
während des deutschen Rückzugs
nach Mauthausen zwangsverlegt werden sollten,
hier ermordet. Nur sechs Personen überlebten
dieses grausame Massaker, indem sie sich
tot stellten beziehungsweise von einem SS-Mann
verschont wurden. Ein Gedenkstein am Ort
des Geschehens in Lanhof, etwas außerhalb,
soll verhindern, dass das Massaker in Vergessenheit
gerät.
Flussabwärts geht es nun weiter durch
die kleinen Donaugemeinden Gottsdorf, Metzling
und Marbach, die als aufstrebende Verkehrsgemeinden
gelten, wo man die Atmosphäre und die
hervorragende Küche der Dörfer
genießen kann. Unter anderem bietet
der Stauraum der Donau viele Möglichkeiten
zum Wassersport. Das nächste Ziel ist
der Wallfahrtsort Maria Taferl. Ein „Taferlstein“
neben der Kirche deutet auf eine keltische
Kultstätte hin.
Weiter geht es nach Kleinpöchlarn.
Um nach Pöchlarn zu gelangen, dass
sich am Südufer befindet, muss man
die Fähre benutzen. Wenn man sich jedoch
etwas nördlich von Pöchlarn begibt,
landet man in Artstetten. Am 4. Juli 1914
waren zwei Leichenwagen auf dem Weg nach
Artstetten, in diesen lagen die Leichen
des österreichischen Thronfolgers Franz
Ferdinand und seiner Frau Sophie. Das Paar
war bei einem Attentat in Sarajewo getötet
worden. Die Nacht der Überstellung
war ziemlich gewittrig, sodass die begleitenden
Offiziere Mühe hatten die Pferde zu
halten. Bei einem schweren Donnerschlag
setzte eines der Pferde zurück, und
nur mit Mühe konnte verhindert werden,
dass der Wagen samt Särge in die Donau
stürzte. Dass das Paar in Artstetten
beigesetzt wurde, entsprach dem Wunsch des
Thronfolgers.
Durch einige kleine Städtchen geht
es wieder weiter, bis man schließlich
in Melk landet.
[nach
oben]
Abschnitt 8 [Melk
– Krems]
In diesem Abschnitt erreicht man die wunderschöne
Wachau, wo sich jeder Radfahrer zwangsläufig
mit hervorragendem Wein beschäftigt.
Die berühmten Weinterrassen prägen
die Landschaft der Wachau. Am Nordufer entlang-radelnd
durchquert man Schallemmersdorf, fotografiert
das wunderschöne Schloss Schonbühel,
durch Grimsing und Aggsbach Markt und schließlich
nach Willendorf. Dieser Ort ist durch den
Fund der 11 Zentimeter großen Kalksteinfigur,
der Venus von Willendorf, weltberühmt
geworden. Ihr Alter wird auf 35.000 Jahre
geschätzt Im Ort hat man der Venus
eine stark vergrößerte Statue
als Denkmal gesetzt, und zwar dort, wo man
sie seinerzeit, beim Bau der Eisenbahn 1908
gefunden hat. Durch ein weiteres kleines
Städtchen namens Abb. 7: Venus v. Willendorf
Schwallenbach geht es dann weiter nach Spitz,
dem zentralen Ort der Wachau. Spitz ist
von einem wunderschönen Berg umgeben
und zeichnet sich durch typische Wachauer-Häuser
aus. Weiter geht es durch wunderschöne
Donaustädte nach Weißenkirchen.
Prägnant für Weißenkirchen
ist die mächtige Kirche, die über
der Stadt herausragt. Sie ist durch einen
gedeckten Stiegenaufgang erreichbar und
besteht aus drei nebeneinander stehenden
Kapellen, die „zusammengeflickt“
wurden. Einer wunderschönes Stift ist
Wahrzeichen der nächsten Stadt, Dürnstein.
Ein sehr beliebtes Ziel für Brautpaare,
die hier ihre Vermählung durchführen
und feiern. In der Nähe des Schlosses
am Berg befindet sich eine Ruine. Wenn man
diesen Berg bezwungen hat, hat man einen
gigantischen Ausblick auf das Donautal.
Abb. 8: Dürnstein (www.wachau.at)
Und schon landet man in der nächsten
sehenswerten Stadt, Krems/Stein. Sein war
als Stadt stets selbständig, ist aber
bereits seit 1250 verwaltungstechnisch mit
Krems verbunden. Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten
dieser Stadt zählen neben den beiden
Stadttoren, dem Linzer und dem Kremser Tor,
vor allem die Kirchen: Die Pfarrkirche mit
Gemälden des „Kremser Schmidt“,
die Frauenbergkirche auf einem Felsen oberhalb
der Pfarrkirche und die ehemalige Minoritenkirche,
in der sich heute ein Museum befindet. Daneben
gibt es noch eine Fülle von beachtlichen
Häusern mit
schönem Fassadenschmuck.
Wie Stein ist auch Krems überfüllt
mit Sehenswürdigkeiten. Diese Stadt
ist nicht nur voller Kultur, sie ist auch
voll Leben. Das Wahrzeichen von Krems ist
das Steinerne Tor, der Eingang zur Altstadt.
Es wurde 1480 erbaut und ist das letzte
imposante Relikt der einstigen Stadtbefestigung,
die letztes Jahrhundert abgerissen wurde,
um einer Ausdehnung der Stadt nicht im Wege
zu stehen. Viele beeindruckende Häuser,
wie das Rathaus und das Göglhaus, mit
spätgotischen Erkern befinden sich
in der Fußgängerzone.
Natürlich befindet sich auch in dieser
Stadt eine Kirche, die Dominikanerkirche.
In dieser sind heute das Historische und
das Weinbaumuseum untergebracht.
Das schönste Gebäude an der Südseite
der Donau ist das Stift Gottweig. Auf einem
Berg gelegen ist es 1083 gegründet
worden. Nach einem Brand 1718 wurde es wieder
aufgebaut von dem Baumeister Lukas von Hildebrandt,
der in Wien das Belvedere erbaut hat.
[nach
oben]
Abschnitt 9 [Krems
– Tulln]
Das romantische Traismauer ist aus dem Römerkastell
Augustianis hervorgegangen. Man kann heute
noch die Reste dieser römischen Bautätigkeit
vorweisen. Etwa das Römertor oder der
sogenannte Hungerturm, in dem heute das
Heimatmuseum untergebracht ist, erinnern
heute noch daran. Graf Cadaloc, der als
Gründer der Stadt angesehen war, wurde
in den Grenzkriegen mit den Awaren (802)
getötet und ist in der Gruft unter
der Pfarrkirche begraben. Im Schloss von
Traismauer ist eine Außenstelle des
Niederösterreichischen Landesmuseums
für Frühgeschichte untergebracht,
im Heimatmuseum werden aus allen Zeitabschnitten
Funde gezeigt, die man in und um Traismauer
aus dem Boden gegraben hat. Bei Traismauer
geht die Landschaft allmählich in das
fruchtbare Tullner Becken über, das
heute auch ein Zentrum der Energieversorgung
Ostösterreichs ist. Zeichen dafür
ist das Kraftwerk Theiß, das Kohlekraftwerk
Dürnrohr und das Donaukraftwerk Altenwörtz.
Das Atomkraftwerk Zwentendorf hingegen,
Österreichs teuerste Neubauruine, wurde
nie in Betrieb genommen. Der Radwanderweg
führt direkt durch dessen Gelände.
Weiteres großes Ziel ist Tulln. Seine
lange Geschichte ist an allen Ecken und
Enden der Stadt sichtbar. Sowohl vom ehemaligen
Römerlager Comagena wie auch aus der
Zeit, als Tulln die Hauptstadt des Babenbergerreiches
war, sind Bauwerke erhalten geblieben. Die
Pfarrkirche, die aus der Hauptstadtzeit
1040 – 1120 stammt ist schon von weitem
sichtbar. In verschiedenen Baustilen zeigt
sich die Kirche. Den romanischen Einfluss
kann man vor allem an der Westseite an dem
berühmten Aposteltor erkennen. Neben
der Kirche befindet sich das wohl berühmteste
Bauwerk von Tulln, der Karner. Er ist einer
der schönsten, jedenfalls aber der
größte Österreichs. Durch
eine Renovierung im vorigen Jahrhundert
ist das elfeckige Beinhaus noch sehr gut
erhalten. Es steht für die einstige
Bedeutung der Stadt und den Reichtum ihrer
Bürger. Der letzte noch erhaltene Teil
des römischen Kastells ist der Salzturm,
der sich direkt an der Donau befindet. Er
ist aus der Römerzeit original erhalten
und diente lange Zeit als Salzlager.
[nach
oben]
Abschnitt 10 [Tulln
– Klosterneuburg]
Auf der letzten Etappe sticht sofort der
Kraftwerksbau in Greifenstein und natürlich
auch die Burg Kreuzenstein ins Auge. Die
Burg wurde wie andere Festungen in den Schwedenkriegen
bis auf die Grundmauern zerstört. Erst
gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde
sie wieder aufgebaut.
Weiter geht es nach Korneuburg, welches
sich durch den Rattenfängerbrunnen
auf dem Hauptplatz auszeichnet. Das Rathhaus
mit seinen glasierten Dachziegeln, vor dem
der Rattenfängerbrunnen steht, ist
ein neugotischer Bau. Der Turm des Rathauses
stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die dritte
Sehenswürdigkeit der Stadt ist die
Augustinerkirche, in der es Bilder von Anton
Maulpertsch und vom „Kremser Schmidt“
gibt.
Am Südlichen Ufer der Donau durchfährt
man Greifenstein. Diese Stadt zeichnet sich
aus durch ihre Burg. Heute befinden sich
in diesem Gebäude ein Museum und ein
Restaurant.
|